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07.12.2007 - 11:24
from Aramis

Stadtgespräche (Teil 3)

Ich kam jedoch nicht sehr weit, als ich höflich gefragt wurde, ob ich nicht ein paar Rappen in die Kappe legen könnte. Neben mir stand ein junger Bursche in Kleidern die er wohl seit Jahren nicht mehr abgelegt hatte. Er besass dieselbe Frisur wie sein Hund und war überaus gut gelaunt. Ohne zu überlegen lies ich das Wechselgeld vom Kiosk in seine Tasche anstelle der meinen wandern. Höflich zog er den Hut, wünschte einen schönen Tag, pfiff seinem und Hund und dann watschelte er weiter zum nächsten Passanten. Erst dann überlegte ich mir, ob ich nun tatsächlich Hilfe geleistet hätte oder nicht. Zwar sei sein Wunsch erfüllt worden, doch werde eine Besserung seiner Verhältnisse wohl nie eintreffen. Da er jedoch nicht den Eindruck machte, dass er unzufrieden sei beruhigte ich mein Gewissen und vertröstete es darauf, dass nächste Mal jene Hilfe zu leisten, die wirklich etwas Bewirken würde. Es erinnerte mich, dass ich dies ihm schon das letzte Mal versprochen hatte und ich nun wirklich mich nicht mit plumpen Lösungen zufrieden geben sollte. So redete mein Gewissen noch eine Weile auf mich ein, erreichte jedoch nichts, da mein Blick sich schon längst an den Sonnenstrahlen ergötzt hatte und ich nichts mehr von diesem oder jenem hören wollte.
[Fortsetzung folgt]